ÞÝÝR DÜRÜST
MUÐLA TRACHTENPUPPEN KOLLEKTION

DER ANFANG
Die Idee, eine Muðla Trachtenpuppen Kollektion zu kreieren, entstand auf Anregung und Zusprache des Gouverneurs von Muðla, seiner Gattin, dem Büro für Kultur u. Tourismus und dem Büro für Volksbildung.  Geplant und realisiert wurde das Projekt von der Künstlerin Þiir Dürüst, die damit einen Beitrag zum Fortbestehen der regionalen Kultur leisten will.
Das Sammeln von Puppen, insbesondere Trachtenpuppen, ist ein internationales Hobby und steht an dritter Stelle nach Münzen- und Briefmarkensammeln. Damit wird deutlich, was dieses Projekt bedeutet und wie ernst es zu nehmen ist.

DAS ZIEL
Mit diesem Projekt wollten wir einen Beitrag zur Bereicherung unseres Kunsthandwerks leisten, gleichzeitig ein folkloristisches, wertvolles, besonderes Geschenk aus Muðla erschaffen... Für in- und ausländische Touristen, Besucher und für uns selbst als Gastgeschenk oder Mitbringsel bei unseren Besuchen..
Ein "Muðla - Andenken" , ein "Muðla-Markenzeichen" das überall in der Welt an Muðla erinnert...

EINE BETRACHTUNG
Die anatolische Frau hat schon immer, trotz der eingeschränkten Möglichkeiten ihres ländlichen Lebensbereiches, jedem einzelnen Objekt, das zu ihrem täglichen Leben gehört, grösste Sorgfalt gewidmet, ob sie es nun bestickt, gewebt, gestrickt, verziert, zugeschnitten, genäht, getragen oder sich selbst damit geschmückt hat.
Jahrhundertelang hat sie ihre innersten Gefühle wie Liebe, Freude, Schmerz, Sehnsucht, Traurigkeit, ihre Träume und die Geheimnisse ihrer Seele in ihre Handarbeiten eingebracht, jedes Teil mit Geduld und Feingefühl meisterhaft
gefertigt, jedes Teil, das durch den FÝlter der Jahrhunderte bis zu uns gelangt, mit dem Duft Anatoliens, mit hunderten verschiedenen Motiven und Farben, entliehen aus der Natur, eines schöner als das andere....
In einer Sprache, die nur Eingeweihte verstehen, lautlos und schlicht, erzählt sie uns in vollkommener und beeindruckender Weise von ihrer Liebe bis zu ihrer Angst, von ihrem Lachen bis zu ihren Tränen alle ihre Gefühle, ihr ganzes Leben...


Die Besonderheit von Teppichen, Kelims, Cicims, Sumaks, Kopftüchern, Strümpfen, Spitzen, Decken, Taschentüchern, Stoffen, Kleidern  - kurz : jedes einzelnen Objekts, das durch ihre Hände ging - beschränkt sich jedoch nicht nur auf die künstlerische und ästhetische Vollkommenheit.
Was sie von anderen Kulturen unterscheidet und so einzigartig macht, sind die unverfälschten reinen Gefühle eines jungen Mädchens, einer Braut, einer Frau, die auf die Rückkehr des geliebten Soldaten wartet, einer Verliebten, einer Mutter, einer Grossmutter - Frauen, die uns aus den wunderbaren Motiven und Farben zuflüstern, zulächeln, ihre Geheimnisse teilen, uns etwas erzählen, unsere Seele berühren....

Die anatolische Frau hat mit diesen Handarbeiten ihre Persönlichkeit verbunden, ihr Herz daran gehängt, um sich auszudrücken, mitzuteilen - und sie in eine unvergleichliche Kunst verwandelt, die als Erbe von Generation zu Generation weitergegeben wird.
In eine Kunst, mit der sie (sicherer und geschmackvoller als unsere heutigen e-mails) die gewünschte Adresse erreicht, ohne Worte mitteilt, was sie sagen will und wem...Mit einer Blume ihre Liebe, mit einer Farbe ihre Sehnsucht, mit einem Muster die Geheimnisse ihrer Seele..

Aus dieser Ebene betrachtet sind Kleidung, Kopfbedeckung und Schmuck der anatolischen Frau als Vollkskunst zu verstehen.  Diese Kleidung ist ausserdem, da sie jederzeit, überall und von jedem leicht zu betrachten ist, ein sehr ausdrucksvolles Mittel zur Selbstdarstellung geworden.
Farbenfroh, blumig, geschmackvoll und voller Lebensfreude stellt die folkloristische, authentische Bekleidung der Region Muðla einige der schönsten Beispiele dieser Vollkskunst dar.


In der Hoffnung, dass die Muðla Trachtenpuppen-Kollektion als originalgetreues Kulturerbe ausgestellt wird, dass sie als Andenken an unser Muðla einen festen Platz in den Kollektionen und Regalen unserer in-und ausländischen Freunde einnimmt, haben wir auf Anregung des Gouverneuramts Muðla mit Lust, Liebe und Begeisterung die Ärmel hochgekrempelt und mit der Arbeit begonnen.

HINWEIS : Angaben  zu Details der Kleidung finden Sie im letzten Teil dieser Broschüre.

NACHFORSCHUNGEN, VORBEREITUNGEN
Mit Þiir Dürüst kamen von Universitätsprofessoren bis zu unseren Dorffrauen viele interessierte Menschen zusammen, um an diesem Projekt freiwillig teilzunehmen.
Es wurde besondere Sorgfalt  darauf verwendet,  Kleidung und Accessoires  den authentischen Vorbildern möglichst originalgetreu nachzubilden.
Monatelang wurden zahlreiche Bücher und kulturelle Veröffentlichungen (zürückgehend bis 1955 ), Bücherein, Museen und Internet durchstöbert, ähnliche Projekte und Produkte, Privatkollektionen und Fotografien eingesehen, registriert und besprochen, endlich zusammen mit professionellen Personen die Entscheidung über möglichst originalgetreue Kleidung und Accessoires getroffen.

WARUM SAMMELPUPPEN
Obwohl die Muðla Puppen vollständig aus Handarbeit bestehen sollten, wurde sich auf die Entscheidung des Produktionsteams geeinigt.  Es wurde beschlossen, dass nicht die   Eigenschaften   der   Puppen selbst  (Spielzeug Stoffpuppen usw.) im  Vordergrund stehen sollen,  sondern dass ein Teil der Folklore und Kultur von Muðla wiedergegeben wird.  Eine echte Dokumentation,  die Sammlerwert besitzt, dem Original entsprechend,  handgearbeitet  - man einigte sich auf Sammelpuppen, deren Kopf, Arme und Beine aus Porzellan, der Körper aus Stoff gearbeitet ist, qualitativ einwandfrei und handgefertigt.

KONZEPT UND VERLAUF DER PRODUKTION
Mit dieser Wahl wurden also Plastikpuppen oder Puppen mit Babygesichtern ausgeschlossen. Nach ausgiebigen Nachforschungen konnten wir endlich von einer englischen Firma, die auf Sammelpuppen spezialisiert ist, nach langwierigen Verhandlungen 160 Puppen erwerben, die den Typ eines jungen türkischen Mädchens verkörpern. (Alle Puppen haben verschiedene Augen- und Haarfarben und verschiedene Gesichter.)

Inzwischen wurde in Muðla's Städten und Dörfern,  auf den Märkten, in Truhen, ebenso in den Nachbarbezirken Aydýn und Denizli, in Ödemiþ, Buldan usw. nach Material für Schmuck und Verzierungen, für Schürzen und Tücher, nach Stoff und Spitzen gesucht und gefunden.  Davon wurden die massstabgerechten Produkte originalgetreu verwendet. Die anderen wurden in passender Grösse dem Original entsprechend nachgearbeitet. 
Mit grosser Begeisterung wurden die ersten Schnittmuster und Schablonen für Hemden, Pluderhosen, Kaftane gefertigt, Prototypen genäht, Anproben gemacht, nach Verbesserungen und Änderungen die endgültigen Schnittmuster hergestellt. Viele viele Stoffe mit verschiedenen Farben und Mustern wurden zugeschnitten, genäht, gebügelt, versäumt, umhäkelt...

SCHMUCK, VERZIERUNG, LETZTE HANDARBEITEN
Die Haare jeder einzelnen Puppe wurden gekämmt, geflochten. Kopftücher, Randspitzen, Glasperlen, Goldmünzen, Stirnbänder, Talismane, Tücher wurden mit den passenden Vorlagen geschickten Händen, unseren Mädchen und Frauen in den Dörfern übergeben, ein Stück nach dem anderen  wurde gehäkelt, bestickt, genäht...
Dann wurden unsere Puppenmädchen eins nach dem anderen wie eine junge Braut angezogen, Schürzen, Tücher, Schmuck, Goldmünzen, Gürtel usw. wurden angelegt...

AUSWEÝSE, KENNKARTEN, NAMEN
Alle Puppen wurden einzeln fotografiert, ins Kollektionsbuch eingetragen,  für jede wurde ein Ausweis gefertigt, manchen wurden Namen gegeben. Manche haben noch keinen eigenen Namen, damit sie dann die Namen ihrer neuen Besitzerinnen tragen können.Aus Muðla Stadt, Bodrum, Milas, Marmaris, Fethiye, Köyceðiz, Ortaca, Ula, Dalaman, von der Bodrum-Braut bis zum jungen Mädchen vom Çomakdað (Latmos) - 160 Muðla Mädchen, eins schöner als das andere.

ERGEBNÝS
Dies war die Entstehungsgeschichte von 160 Muðla Trachtenpuppen - nicht eine gleicht genau der anderen, jede mit eigenem Namen und Ausweis, Kollektionskennkarte und Nummer - designt  und produziert nach authentischen folkloristischen Vorlagen von der Künstlerin Þiir Dürüst, die seid Jahren Kunsthandwerk lehrt  und produziert.

PROJEKTTEILNEHMER - PROJEKTAUSFÜHRUNG - PRODUKTIONSTEAM

 

Wir danken von Herzen allen Personen, die an der Entstehung und Ausführung dieses Projektes als Dienst an unserer Kultur freiwillig und begeistert  mitgewirkt haben.

 

 

Projekt-Idee: . . . . . .  Gouverneur von Muðla, und seine Gattin,

                                      Kultur-u. Tourismus-Büro  Muðla

                                      Volksbildungsbüro Muðla

Projektleitung  .  . . . . . . . . . . . . . . . . . :  Þiir Dürüst

Projektdesign. .  .. . . . . . . . . . .  . . . . . :  Þiir Dürüst

Nachforschung u. Prüfung. .  . . . . . . :  Prof. Z. Nuran Bilgin

                                                                   M. Kamil Dürüst

                                                                   Þiir Dürüst

                                                                  Jale Benler

                                                                  Ömür Hetman

                                                                  S.Kozan

                                                                  B. Hofmann Kozan

                                                                  Birol Ergün

Produktionsleitung . . . . . . . . . . . .. . . :  S. Kozan

Planung, Koordination . . . . . . . .. . . . :  B. Hofmann Kozan

Kleidung-,u. Accessoir-Design . . . .. :  Þiir Dürüst

Einkauf . . . . . . . . . . . . . . . . . .  . . . . . .  :  S.Kozan,

                                                                   B.HofmannKozan

                                                                   Þiir Dürüst, Jale Toperim   

                                                                   Gerhard  Zimpel

Schnittmuster, Schnitt . . . . . . . . . . . . :  S.Kozan, 

                                                                  B. Hofmann Kozan

Zuschnitt, Nähen, Bügeln . . . . . . . . . : S.Kozan,

                                                                  B. Hofmann Kozan 

                                                                  Þiir Dürüst,

                                                                  Aysun Özdul,  

                                                                  Nermin

Frisuren . . . . . .  . . . . . . . . . . . . . . . . . .: Þiir Dürüst, 

                                                                  B. Hofmann Kozan

Schmuck, Accessoir, Gürtel. .  . . . . . : Þiir Dürüst,

                                                                  B. Hofmann Kozan

                                                                  Olcay Orun   

Spitzen, Perlenarbeiten, Handarbeiten,

Stickereien, Schürzen, Talismane,

Tücher usw . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .: Tante Fatma,

                                                                   Güllü ana,

                                                                   Ödemis Marktfrauen,

                                                                   Dorffrauen und  Mädchen

                                                                   von Aydýn, Mersin, Tarsus,

                                                                   Kýrýkhan, und Region Muðla

                                                                  Ümmühan abla,

                                                                  Pervin und Zehra

                                                                  (Armutalan)Ayþe und Sultan

                                                                  (Yaylalý Krankenstation).

                                                                   Fr  Emel   Y. Melek, Peruze

                                                                   und Fr. Heike(Ahu Hetman

                                                                   Dialysenzentrum). Hakikat,

                                                                   HülyaEvcan, Birgül Evcan

                                                                   Nurcan Ünal

Foto, Grafik, Computer.  . . . . . . . . . . . : S. Kozan

Übersetzun. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .: B.HofmannKozan
Druck:. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .: Serdar, Koray

                                            Tuncel  Schreibwaren,Mustafa Kýlýç

 

EINIGE INFORMATIONEN ÜBER DIE TRACHTEN

Tenlik : (Stirnband) Ein innen mit Baumwollstoff gefüttertes Stoffband, verziert mit Goldmünzen u. Glasperlen. Die Farben variieren je nach Stand der Trägerin : verheiraret, verlobt, versprochen, Witve, frisch verheiratet usw. In manchen Gegenden hat sogar die Anzahl der Goldmünzen verschiedene Bedeutungen.


Yazma, oyalý yemeni :  (Kopftuch) : Aus Baumwolle, Seide oder beide gemischt. Auch hier sagt die Farbe (weiss, beige oder bunt) und die Form des Bindens, sogar die Art der Randspitzen etwas über den Stand oder auch Seelenzustand der Trägerin aus. An Festtagen werden oft Tücher mit Gold- oder Silberstickerei getragen.


Frische Blumen als Kopfschmuck
: Ein fröhliches Accessoir, auf das besonders in unserer Gegend kaum verzichtet wird. Obwohl die Blumen je nach Jahreszeit wechseln, haben doch ihre Farben und Arten spezielle Bedeutungen.


Yanaklýk : (Wangenschmuck) Ein Schmuck aus buntem Stoff und Glasperlen, der an beiden Seiten des Kopfes an den Wangen baumelt.


Sakýndýrak : (Wangen-Kinnschmuck) Ein besticktes oder mit Glasperlen verziertes Stoffband, das Wangen und Kinn umrahmt.
Goldmünzen : Eine Zierde, auf die die anatolische Frau nicht verzichtet. Ihr Schmuck, ihr Stolz, ihr Vermögen, ihre Versicherung.  Wird meist am Hals in Form einer Kette getragen.

Göðüslük : (Brustlatz) Ein Stofflatz in Dreieckform, wird hauptsächlich in der Gegend vom Milas (Latmos) getragen.
Göynek, iç göynek : (Hemd) Aus Baumwolle oder Seide gefertigt, in Truhen sorgfältig aufbewahrt, meist wird der Halsausschnitt  erst kurz vor dem ersten Tragen geöffnet. Ausschnitt, Ärmelenden und Saum sind meist mit Häkelspitzen oder Gabelhäkelei verziert, oft werden auch Pailletten und Glasperlen in die Spitzen eingearbeitet.

Þalvar, Gocadon :(Pluderhose) Wird unter dem Rock oder
Hemd getragen, ist weit geschnitten und bequem, wird an Taille und Fesseln mit einem durchgezogenen Gummiband gehalten. Stoffe, Farben und Muster sind abhängig von Jahreszeiten, Festtagen oder Stand der Trägerin.
Þal kuþak : (Eine Art Gürtel) Aus handgewebtem Stoff, wird um die Taille geschlungen, oft auch in Dreiecksform.

Peþkir, yaðlýk : (Feines, reichbesticktes Tuch) wird seitwärts an der Hüfte getragen, ursprünglich zum Trocknen des Schweisses gedacht.


Nazarlýk :(Talisman) ein bunter, mit Perlen und Pailletten bestickter Stoff, der als Schutz vor dem bösen Blick im Rücken in Taillenhöhe befestigt wird.


Yaneþ
: Mit  Kreuzstich in Gobelinart mit regionalen Mustern bestickter Baumwollstoff, der an den Seiten der Pluderhose aufgenäht, jedesmal aber vor dem Waschen der Hose abgetrennt wird.


Üçetek : (Eine Art geschlitzter Kaftan) wird in dem meisten Regionen Anatoliens getragen. In unserer Gegend hauptsächlich aus einem mit "KUTNU" bezeichneten Stoff gefertigt, kann aber, abhängig von bestimmten Festlichkeiten, auch aus teurem Stoff oder Seide genäht, mit Gold, Silber- oder Paillettenstickerei verziert werden. Das Kleidungstück wird ab Hüfte an den Seiten geschlitzt, also in drei Teile geteilt, deshalb die Bezeichnung "Drei-Rock". Um bei der Arbeit oder beim Laufen nicht behindert zu werden, befestigt man die beiden vorderen Teile an der Taille.


Tokalý kemer : (Schnallengürtel) Ein Taillengürtel in vielen Variationen, meist aus Silber, manchmal auf Stoff genäht.


Önlük : (Schürze) wird getragen, um die übrigen Kleidungsstücke vor Staub und Schmutz  zu schützen, aus widerstandsfähigem Stoff, aber auch oft bestickt.

MUÐLA ERWARTET SIE MIT ALL
SEINEN SEHENSWÜRDIGKEITEN...

Web adresse :                www.siirdurustsanatevi.com

E-mail        :                          siirdurust@gmail.com

Adresse         :                 MARMARÝS - MUÐLA                               


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